Seit wann die Kölner „Alaaf“ rufen

Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage hätte ich wohl zu allerletzt im Feministischen Frauenarchiv nachgeschaut, aber da dieses Archiv seinen Sitz im Bayenturm hat und eine wirklich beeindruckende Geschichte des Bayenturms dokumentiert, bin ich an der Stelle durch Zufall darauf gestoßen, seit wann die Kölner Alaaf rufen.

Es begann, wie so oft in der Kölner Geschichte, mit dem Erzbischof. Im 13. Jahrhundert rang der Kölner Erzbischof mit den Kölner Patriziern um Macht, Einfluss und natürlich Geld. Dieser Streit war schon zweimal von Albertus Magnus mit dem kleinen und dem großen Schied geschlichtet worden, was den Erzbischof nicht davon abhielt, weiterhin zu versuchen, seine Macht auf Kosten der Bürger zu erweitern. 1261 wurde  Engelbert von Heinsberg-Valkenburg neuer Erzbischof. Er versuchte besonders rabiat und auch ungeschickt, gegen die Bürger vorzugehen und vor allem militärisch seine Ziele zu erreichen. 1262 begann er, den Kunibertsturm und den Bayenturm zu Bischofsfestungen auszubauen. Das führte zum Aufstand der Kölner. Der Kunibertsturm und die anderen Stadttore wurden schnell besetzt, nur der Bayenturm erwies sich als kaum bezwingbare Festung. Die Kölner versuchten „die Burg“ zu stürmen und es kam zu blutigen Gefechten. Letztlich wurde auch der Bayenturm eingenommen und der Erzbischof verlor durch diese Schlacht einen großen Teil seiner weltlichen Macht. Während die Kölner gegen den Turm anstürmten, war ihr Schlachtruf „Köllen Alaaf“, Köln voran oder auch Köln über alles.

So fing alles an. Wie schön, dass der Ruf heute erklingt, wenn die Kölner besonders fröhlich sind und das Leben feiern.

Alaaf 😊

Diese und andere Geschichten zum Karneval in Köln erzähle ich bei der Führung: Geschichte des Karnevals in Köln